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Die Vorfreude und Aufregung vor dem Unbekannten und Neuen steigt. Nun ist es soweit, ausgestattet mit den nötigen Unterlagen ( Eintrittskarte, die Nummer meines Standplatzes, Einladungskarten für die Empfänge durch die österreichische Kulturministerin Frau Dr. Schmied und andere wichrige Persönlichkeiten aus dem österreichischen Verlagswesen, machten wir uns auf den Weg nach Frankfurt. Wir verliessen uns auf das "Navi", welches  uns zuverlässlig und sicher zur Theodor-Heuss-Allee brachte. Zusammen mit meinem Co-Autor Karl-heinz Bayreuther betreten wir die Eingangshalle der Frankfurter Buchmesse 2009. Über 8000 Autoren und Verleger werden erwartet und mehr als 12000 Aussteller in 8 Hallen, davon eine 3 stöckig, sind vertreten.Hunderte von Menschen, chick gekleidet, die Herren im Anzug und Krawatte, die Damen im Kostüm, eine Ledertasche in der Hand, bewegen sich in verschiedene Richtungen, emsig wie Ameisen. Nachdem ich das mit den Eintrittskarten abgeklärt hatte, mischten wir uns unter den Menschenstrom. Ich erinnerte mich an die Situation, als ich zum ersten Mal mit dem Schilift gefahren bin, einsteigen und mitmachen, genauso fühlte ich mich jetzt.Mit meinem Plakat unter dem Arm suchten wir den Gemeinschaftsstand der österreichischen Buchhändler im 3. Sock in der Halle  4 . Ich war ja völlig neu und kannte hier niemanden. Die Hallen waren im Alphabet in einzelnen Gänge unterteilt und so war es nicht schwierig, den gsuchten Stand zu finden. Ich konnte es kaum glauben, da standen meine Bücher im Regal und darüber in großer Schrift " Anita Ossinger ".In diesen Sekunden ging mir so viel durch den Kopf, nie im Leben hätte ich mir das geträumt, mit meinem eigenen Buch als Autorin und gleichzeitig Verlegerin auf dieser Messe zu sein. Schon ein bewegender Augenblick, den Heinz mit dem Fotoaparat einfing.
In Kürze sollte die Kulturministerin eine Eröffnungsrede halten, viele der geladenen Menschen haben sich bereits eingefunden. Da hörte ich die bekannte Stimme des Organisator Herrn F., persönlich kannten wir uns noch nicht. Nach der Begrüßung hängte ich mein Plakat mit einem Bild von mir und meinem Buch und dem Thema " sexueller Missbrauch ist Seelenmord " auf, ich denke schon ziemlich provokant. Später bemerkte ich, wie sich einige der Fachbesucher demonstrativ wegdrehten, nur ja nicht beim hinschauen ertappt werden.Die Frau Ministerin sprach ein paar herzerwärmende Worte , erwähnte, wie sich sich jedes Jahr darauf freute, die Messe zu eröffnen und das dieser Termin in ihrem Kalender schon ein fixer Bestandteil sei.125 000 Neuerscheinungen gibt es in diesem Jahr, selbst  wenn man jeden Tag ein Buch lesen würde, könnte man die Vielzahl der Bücher nicht bewältigen. Während der Präsident des österreichischen Buchhandelverbandes sprach, reichten junge Damen Weiß- und Rotwein, den wir angesichts der Vormittagsstunden dankend ablehnten. Während dieser Ansprachen erlaubte ich meinen Gedanken freien Lauf, ich wurde den Verdacht nicht los, das sich hier eine Gruppe von Leuten traf, die gar kein Interesse hatten, sich mit einem neuen Verleger zu unterhalten. So nach dem Motto, ja wo käme man denn da hin, wenn jeder sein Buch selbst verlegen würde. Natürlich bin ich in diesem Verband bedeutungslos, aber der Gedanke scheint mir nicht abwegig zu sein. Nichts desto Trotz lasse ich mich nicht entmutigen. Sobald der offizielle Teil vorbei war, suchten wir ein Restaurant auf. Bei einer Tasse Kaffee, die eher an gefärbtes Wasser erinnerte, dafür aber ziemlich teuer war, viel erstmal die Anspannung, die ich schon seit Tagen spürte, von mir ab. Inzwischen war es Mittagszeit und wir verspürten leichten Hunger, der uns angesichts der Preise gleich wieder verging. Eine Bratwurst 11,90€, nicht schlecht was? Daraufhin beschlossen wir das Messegelände zu verlassen und draußen etwas zu essen. Jetzt waren noch die Parkplatzgebühren, 3,00 € die Stunde, da konnte ich mir ausrechnen, wie lange mein Geld reichen würde. Ohne Messe-Erfahrung hatte ich mir meine Termine auf den Donnerstag und den Samstag gelegt, wo neben dem Fachpublikum auch die Öffentlichkeit zugelassen war. Nun ja, gewohnt die Dinge nüchtern zu betrachten und aus jeder Situation das Beste zu machen, beschlossen wir, jeden Tag nur kurz die Messe zu besuchen und die übrige Zeit für Verwandtenbesuche  zu nützen und die schöne Umgebung zu erkunden. Der nächste Tag auf der Messe verlief schon einfacher, mit dem Shuttle-Bus fuhren wir zu den einzelnen Hallen.Im Freigelände, auf einer Bühne, bietet das Gastland " China " verschiedene Vorführungen an. Bunt bemalte Gesichter schwingen Schwerter durch die Lüfte, begleitet von bunten Drachen, taucht man kurz in eine fremde, Asische Welt ein. Verzückt applaudiert das Publikum und immer wieder werden Fotos gemacht. Unser Interesse gilt dem " I-Book", ein elektronisches Gerät der Superlative, eine Bibliothek in der Größe eines Taschenbuches. Bestseller-Autoren werden  vorgestellt, Persönlichkeiten aus Film und Show geben Autogramme ( Erol Sander und Peter Maffay ), Gunther Gabriel stellt sein neues Buch vor und dazu singt und spielt er auf seiner Gitarre.Unzählige Besteller werden präsentiert. Themenbereiche die sich unserer Vorstellungskraft entziehen ( Horror und Sienc-Fiction und Thriller ), da wird man das Gefühl nicht los, das allein die Medien bestimmen, was und wer  " Bestseller " ist oder wird. Dass der Autor, welcher der eigentliche Schöpfer eines Werkes ist, hier kaum eine Rolle spielt, wird uns schnell klar. Diese Messe ist ausschließlich eine Plattform für Verlage, Buchhändler und Literaturagenten, die die Werke bestmöglich vermarkten wollen. Als Verlegerin meines Buches bin ich hier richtig, meine Termine verlaufen vielversprechend und interessant. Beim Ausstausch der Visitenkarten wird mir bewußt , was ich in den letzten drei Jahren geschafft habe. Jetzt war ich eine Frau mit eigenen Visitenkarten, ich hatte einen ganz großen Schritt in eine neue Richtung gemacht. Ich bin eine ernst zunehmende Geschäftspartnerin geworden und darauf bin ich mächtig stolz. Und zum Abschluß denke ich , das ich mich in dieser für mich anfangs fremden Welt schnell zurecht gefunden habe und meine Vorfreude auf die "Leipziger Buch-Messe" im März 2010 bereits spürbar ist.